Ayurveda – Das älteste Longevity-Konzept der Welt, und warum es gerade jetzt so relevant ist

Longevity, Biohacking, Regeneration, diese Begriffe dominieren gerade die Wellness-Welt. Doch während viele Trends kommen und gehen, beschäftigt sich eine jahrtausendealte Tradition schon längst mit denselben Fragen: Wie bleiben wir nicht nur länger, sondern wirklich gesund am Leben? Wir haben mit Sigrun Laepple, Ayurveda-Spezialistin und Leiterin des Ayurveda Rejuvenation Retreats im Giardino Ascona, gesprochen, über Doshas, Lebensenergie und warum ein lauwarmes Glas Wasser am Morgen mehr bewirkt, als man denkt.

Ayurveda ist kein Trend, es ist eine Antwort auf unsere Zeit

Wer «Ayurveda» hört, denkt vielleicht an Ölmassagen und Kräutertees. Doch was steckt wirklich hinter diesem System, das seit über 5.000 Jahren praktiziert wird?

Sigrun Laepple bringt es auf den Punkt: Ayurveda boomt, weil seine Grundprinzipien zeitlos und hochaktuell zugleich sind. In einer Welt, in der Veränderung das einzig Stabile im Alltag ist, braucht es ganzheitliche Systeme. Das zentrale Schlagwort im Ayurveda ist Balance, das harmonische Zusammenspiel von Körper, Verdauung, Sinnen, Geist und Bewusstsein. Keine Symptombekämpfung, keine Nebenwirkungen teurer Medikamente, keine aufwendigen Therapien, sondern die Stärkung des gesamten Systems.

Genau diese Haltung macht Ayurveda zu einem der überzeugendsten Longevity-Konzepte der Gegenwart.

Was bedeutet «gesund alt werden» wirklich?

Longevity ist in aller Munde, aber was meint Ayurveda damit eigentlich? Sigrun Laepple zitiert hier gerne einen Vaidya, einen ayurvedischen Arzt:

«Im Ayurveda wollen wir gesund sterben.»

Das klingt provokant, trifft aber den Kern. Dank besserer Hygiene und Medizin leben wir länger, doch die Frage der Lebensqualität ist noch nicht beantwortet. Medikamente mit Nebenwirkungen, Hilfsmittel, geistiger Zerfall, das gilt im Alter oft als «normal». Ayurveda stellt dem etwas entgegen: die Überzeugung, dass wir uns bis ins hohe Alter, entsprechend der jeweiligen Lebensphase, körperlicher und vor allem geistiger Gesundheit erfreuen können. «Gesund und lebenslustig in jungen wie in älteren Jahren», das ist das eigentliche Ziel.

Regeneration: Die unterschätzte Superkraft

Warum ist Erholung so wichtig, und warum ignorieren wir sie so konsequent? Laepple erklärt es aus der ayurvedischen Perspektive: Die meisten Zellen des Körpers werden zwischen 7 und 28 Tagen erneuert. Ob diese Erneuerung optimal verläuft, hängt von unseren Stoffwechselprozessen ab. Das Ergebnis optimaler Zellregeneration nennt Ayurveda Ojas, Lebensenergie, Vitalität, Immunität und Ausstrahlung.

Ayurveda empfiehlt die Regel 8-8-8: 8 Stunden Schlaf, 8 Stunden Arbeit, 8 Stunden Privatleben. Regelmässige, bewusste Pausen lassen Geist und Körper ihre natürlichen Aufgaben erfüllen.

Wer diese Pausen streicht, schwächt sein Ojas. Im Dauerstress fluten Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol den Körper, die natürlichen Stoffwechselprozesse werden unterbrochen. Langfristig entstehen Blockaden in Verdauung, Gewebe und Nervensystem. Giftstoffe können nicht mehr ausreichend ausgeschieden werden. Die Folge: Schlafstörungen, Konzentrationsmangel, Erschöpfung, Krankheit. Eine Abwärtsspirale, die viele kennen, und die Ayurveda mit einfachen, wirksamen Mitteln unterbrechen kann.

Doshas: Die Sprache des Körpers verstehen

Wer sich mit Ayurveda beschäftigt, begegnet früher oder später den Doshas. Aber was steckt dahinter?

Laepple erklärt: Doshas sind die funktionellen Prinzipien in Körper und Geist, die sämtliche Prozesse steuern, eine Art individuelle Konstitution, die sich aus der mengenmässigen Verteilung der fünf Elemente ergibt: Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther. Jeder Mensch verbindet alle Elemente in sich, die Verteilung variiert. Wörtlich bedeutet Dosha «Verderber», gemeint ist, dass diese Prinzipien leicht aus dem Gleichgewicht geraten können.

Ein anschauliches Beispiel: Wer an einem heissen Sommertag sein Essen mit viel Chilli würzt, über Mittag in der Sonne liegt und frittierte Snacks isst, wird bald unter Sodbrennen, Kopfschmerzen, Durchfall und Entzündungen leiden. Zu viel Feuer im System. Wer von Natur aus schon viel Feuer in seiner Konstitution trägt, spürt das umso schneller.

Ayurveda schaut deshalb auf die individuelle Konstitution und Verdauungskraft, aber auch auf zyklische Einflüsse: Tageszeiten, Jahreszeiten, Lebensphasen, Wetter, Umwelt. Wissen und bewusster Umgang damit können typische Altersbeschwerden verhindern, lange bevor sie entstehen.

5 Ayurveda-Routinen, die jeder sofort umsetzen kann

Ayurveda beginnt nicht im Retreat, sondern jeden Morgen zu Hause. Sigrun Laepple empfiehlt:

Trinken: Direkt nach dem Aufstehen ein Glas lauwarmes bis heisses Wasser. Über den Tag verteilt stündlich warmes Wasser oder Kräutertees, Faustregel: 0,03 Liter pro Kilogramm Körpergewicht.

Ernährung: Nur so viel essen, wie man tatsächlich Hunger hat.

Atem: Dreimal täglich drei bis sechs tiefe Atemzüge in den Bauch und die Flanken.

Bewegung: Eine Stunde täglich in der Natur spazieren, in einer Intensität, die zur eigenen Konstitution passt.

Selbstwahrnehmung: Ein kurzer Bodyscan vom Kopf bis zu den Füssen, wie fühlt sich jedes Körperteil an? Was braucht es gerade? Das klingt banal, aber wie oft gehen wir über die Signale unseres Körpers einfach hinweg?

Warum Ernährung alles verändert

«Du bist, was du isst», dieser Satz bekommt im Ayurveda eine tiefere Bedeutung. Die Ernährung spielt die zentrale Rolle in Prävention und Therapie. Zu fettreich essen verhindert Muskelaufbau. Leblose Fertignahrung raubt dem Körper Vitalstoffe. Zu viel Essen staut Schlacken, zu wenig Essen nimmt die Kraft.

Die erste Frage jeder Ayurveda-Diagnose lautet daher: Wie steht es um die individuelle Verdauungskraft? Danach folgen Ausscheidung und Konstitution. Erst aus diesen drei Faktoren ergibt sich eine wirklich massgeschneiderte Ernährungsempfehlung, keine Diät für alle, sondern präzise Ernährung für das Individuum.

Was passiert im Retreat, und was verändert sich?

Wer noch nie an einem Ayurveda Retreat teilgenommen hat, fragt sich vielleicht: Was erwartet mich dort wirklich?

Laepple ist ehrlich: Zu Beginn können durch Entgiftungsprozesse leichte Unruhe oder Kopfschmerzen auftreten. Wer vorher auf Kaffee und Alkohol verzichtet, reduziert diese Reaktionen deutlich. Doch schon nach wenigen Tagen berichten die meisten Teilnehmenden von deutlich mehr innerer Ruhe, Klarheit, körperlicher Kraft, innerer Stärke und Lebenslust. Nicht als kurzfristiger Urlaubseffekt, sondern als echte Verschiebung im Energiehaushalt.

Das Giardino Ascona: Der ideale Ort für Regeneration

Nicht jeder Ort eignet sich gleich gut für ein Wellness Retreat. Das Giardino Ascona ist dafür wie gemacht, und zwar buchstäblich: Giardino bedeutet Garten, und genau das ist es: ein Stück Natur, das zur Erholung einlädt. Die entspannte Atmosphäre, frische Luft, mediterrane Ruhe am Lago Maggiore, das alles trägt entscheidend zur Regeneration bei. Der dipiù Spa des Hotels ergänzt das Angebot mit Massagen, Kosmetik, Pool, Sauna, Yoga und Meditation, inspiriert vom Tessin, mit Produkten aus der Region.


Die Retreats im Überblick –  2026 im Giardino Ascona

Das Giardino Ascona bietet 2026 mehrere Ayurveda und Wellness Retreats an, von der Kurzauszeit bis zur intensiven Kur:

Ayurveda Kennenlernen, 3-tägiges Retreat Termine: 10.–24. April / 3.–12. Mai / 14.–19. Juni / 6.–11. September / 2.–18. Oktober Ideal für Einsteiger und Fortgeschrittene als Wiedereinstieg. Konstitutionstyp kennenlernen, ayurvedische Ernährungslehre erleben, Behandlungen und Entspannung. → Mehr erfahren

Das Geheimnis für Langlebigkeit und Regeneration, 6-tägige Rasayana-Kur Termin: 20.–25. September 2026 Die Rasayana-Kur ist die intensive Form der Ayurveda-Therapie: Entgiftung, Verjüngung, Aktivierung der Selbstheilungskräfte, massgeschneidert auf persönliche Bedürfnisse. → Mehr erfahren

Ayurveda & Yoga Retreat, Essence of Balance Termin: 7.–10. Mai 2026, mit Ayurveda-Spezialistin Mangal Gress → Mehr erfahren

Bloom and Grow Retreat Termin: 27.–29. August 2026, mit Diana Nicoli → Mehr erfahren

Ayurveda ist die Antwort auf Longevity

Longevity-Konzepte boomen, doch viele von ihnen schöpfen aus einer Quelle, die es schon seit Jahrtausenden gibt. Sigrun Laepple bringt es auf einen Satz: «Gesund und lebenslustig in jungen wie in älteren Jahren.» Das ist kein Wunschdenken, es ist ein System, das funktioniert. Und der beste Ort, um es zu erleben, liegt am Ufer des Lago Maggiore.

→ Alle Ayurveda Retreats und Wellness-Angebote im Giardino Ascona finden Sie hier: giardinohotels.ch/de/ascona/retreats

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