Arbeiten bei Giardino: Gaia Cabrera Martinez über ihre Ausbildung

Eine Lehre als Hotelkommunikationsfachfrau EFZ im Tessin unter der Bezeichnung «Impiegata di comunicazione alberghiera AFC» (ICA) bekannt, führt Lernende durch das gesamte Haus, nicht nur durch eine einzelne Abteilung. Wie besonders diese Ausbildung bei Giardino Hotels ist, zeigt die Geschichte von Gaia Cabrera Martinez, die ihre drei Lehrjahre in Ascona und St. Moritz absolviert hat.

Auf orientamento.ch wurde Gaia erstmals auf die Stelle aufmerksam. Überzeugt haben sie der ausgezeichnete Ruf des Hauses, die hohen Ausbildungsstandards und die Aussicht, während der Wintersaison im Giardino Mountain St. Moritz zu arbeiten. Wir haben mit ihr über ihre Erfahrungen gesprochen.

Eine Lehre, die durch das ganze Hotel führt

Der Beruf: Was eine ICA macht

Die Ausbildung zur Hotelkommunikationsfachfrau ist in der Schweiz noch wenig bekannt, dabei ist es genau ihre Vielseitigkeit, die sie auszeichnet, wie Gaia erklärt:

«Man arbeitet in allen Abteilungen des Hotels und lernt so, wie jede einzelne funktioniert und ineinandergreift. Man bekommt einen vollständigen Einblick in den Aufenthalt der Gäste, vom Vorbereiten des Zimmers bis zum Check-out, und versteht, wie wichtig Organisation und Kommunikation zwischen den Abteilungen für einen guten Service sind.» – Gaia Cabrera Martinez, Lernende ICA AFC

Der Rundblick: Alle Abteilungen, ein Gesamtbild

Das Besondere an der ICA-Ausbildung ist der systematische Wechsel durch das gesamte Hotel. Gaia hat diesen Weg vollständig durchlaufen, in Ascona wie in St. Moritz. Jede Station hat ihr etwas Eigenes mitgegeben.

Service & Restaurant. Eigenständigkeit und Teamgeist Im Service lernte Gaia, auch in anspruchsvollen Situationen selbständig zu handeln. Mit jeder gemeisterten Herausforderung wurde sie sicherer in ihren Entscheidungen.

Housekeeping, die grösste Überraschung «Ich dachte, Zimmer zu reinigen sei einfach. Dann habe ich es selbst gemacht.» Kaum eine Station hat Gaia mehr überrascht als das Housekeeping und ihr gezeigt, wie viel Körpereinsatz und Konzentration diese Arbeit tatsächlich verlangt. Der Spass kam dabei trotzdem nie zu kurz.

Spa & weitere Abteilungen. Der Blick fürs Ganze «Jede Abteilung hat mir gezeigt, wie viele Menschen hinter einem reibungslosen Gästeerlebnis stehen – es ist spannend, ein Teil davon zu sein.»

Front Office: wo alle Fäden zusammenlaufen Am Morgen die Check-outs, am Nachmittag die Check-ins und die Planung für den nächsten Tag: Wer zuvor alle anderen Abteilungen kennengelernt hat, versteht an der Rezeption sofort, was gerade wo gebraucht wird.

«Die Arbeit in allen Abteilungen hat mir enorm geholfen, den gesamten Hotelalltag zu verstehen. An der Rezeption arbeitet man ständig mit Housekeeping, Restauration und Spa zusammen. Die Abteilungen meiner Kolleginnen und Kollegen zu kennen, hilft mir, ihre Bedürfnisse und Herausforderungen besser nachzuvollziehen.»

Menschen & Kultur: Wer Gaia am meisten geprägt hat

Im Housekeeping stand Gaia zu Beginn an der Seite von Lorena, die sie in ihre ersten Aufgaben einführte. In den vergangenen drei Jahren hat sich Lorena von der Zimmerdame zur Assistentin der Gouvernante entwickelt. «Ich finde es inspirierend, so einen Werdegang bei Giardino zu erleben. Das zeigt die Wertschätzung im Haus, und was hier alles möglich ist.»

Karriere & Entwicklung: Was drei Jahre wirklich hinterlassen

«Diese Ausbildung hat mich gelehrt, mich anzupassen, komplexe Situationen zu meistern und vor allem zu verstehen, welche Werte mir in einem Arbeitsumfeld wichtig sind. Ich habe gelernt, wie sehr das Arbeitsklima, der gegenseitige Respekt, die Kommunikation und die Qualität der Ausbildung den Unterschied für die persönliche Entwicklung ausmachen können.»

Was Gaia nach ihrem Abschluss plant, ist vielleicht die schönste Überraschung des Gesprächs:

«Nach dem Abschluss möchte ich mich im Bereich Gastronomie spezialisieren, genauer gesagt an der Bar. Vor Beginn der Ausbildung hat mich dieser Bereich kaum interessiert. Nach dieser Erfahrung habe ich meine Meinung geändert, und ich würde gerne eines Tages mein eigenes Lokal in der Region eröffnen.»

Persönliche Note: Was bleibt

«Ich würde sagen: Überlege dir das gut und informiere dich so umfassend wie möglich, bevor du dich entscheidest. Ein Lehrjahr in einem Luxushotel bietet enorme Entwicklungsmöglichkeiten, ist aber auch ein anspruchsvoller Weg, er braucht Geduld, Entschlossenheit und Nerven. Nicht alle erleben es gleich: Vieles hängt von der Person, den Erwartungen und dem Umgang mit Herausforderungen ab. Wenn du diesen Weg wählst, sei dir sowohl der Chancen als auch der Schwierigkeiten bewusst.»

«Es ist eine Erkenntnis, die ich in künftige Erfahrungen mitnehmen werde und die mir helfen wird, jene Umfelder zu erkennen, in denen ich mein Bestes geben kann.»

Gaia Cabrera Martinez, kurz vor ihrem Lehrabschluss