{"id":4712,"date":"2019-11-30T17:42:57","date_gmt":"2019-11-30T16:42:57","guid":{"rendered":"https:\/\/giardinohotels.ch\/hinter-den-kulissen-von-zai-ski\/"},"modified":"2025-01-30T19:17:03","modified_gmt":"2025-01-30T18:17:03","slug":"hinter-den-kulissen-von-zai-ski","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/giardinohotels.ch\/de\/hinter-den-kulissen-von-zai-ski\/","title":{"rendered":"Hinter den Kulissen von Zai Ski"},"content":{"rendered":"<p><strong>Unter den Skiern ist der Zai-Ski so etwas wie der Bentley unter den Autos. Hergestellt wird er in einer Manufaktur, die pr\u00e4zise Handwerkskunst mit Hightech vereint. Ein Besuch in Disentis.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_6748\" aria-describedby=\"caption-attachment-6748\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6748 size-medium\" src=\"https:\/\/giardinohotels.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Unbenannt-1-4-300x225.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" title=\"\"><figcaption id=\"caption-attachment-6748\" class=\"wp-caption-text\">D\u00fcnne Zedernholzplatten liegen zur Verarbeitung bereit.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Dohle z\u00e4hlt zu den inteligentesten V\u00f6geln. Treu ist sie und \u00fcberaus gesellig. Ihr Federkleid schimmert in mattem Schwarz, elegant gleitet sie an Steilh\u00e4ngen entlang, st\u00fcrzt sich trudelnd in die Tiefe, um dann abrupt die Richtung zu wechseln. Beeindruckend f\u00fchrt sie ihre Kunstst\u00fccke \u00fcber dem Himmel von Disentis vor. F\u00fcr Benedikt Germanier hat sie eine ganz besondere Bedeutung. Er ist der CEO von Zai, ein sportlicher Mann, millimeterkurzes Haar, Dreitagebart. Mit einem gewinnenden L\u00e4cheln und einem kr\u00e4ftigen H\u00e4ndedruck begr\u00fcsst er mich am Eingang der bekannten Skimanufaktur. Ein mystischer Ort. Unterhalb vom schneebedeckten Lukmanierpass, unmittelbar neben einem gewaltigen Kloster. Es ist kein Zufall, dass eine Idee wie der Zai- Ski hier geboren wurde. Die Skitradition wird in Disentis genauso gepflegt wie das R\u00e4toromanische, die vierte Landessprache der Schweiz. \u00abDie Menschen hier sind sehr eigenwillig und z\u00e4h\u00bb, sagt Benedikt, \u00ababer auch sehr innovativ.\u00bb Kaum hat er die T\u00fcr der 400 Quadratmeter grossen Manufaktur ge\u00f6ffnet, da stehen wir auch schon mitten im Geschehen. Es dampft, pfeift und rauscht. Der Duft von ge\u00f6ltem Zedernholz und Vanille liegt in der Luft. Der Duft eines frischen Skis.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6727\" aria-describedby=\"caption-attachment-6727\" style=\"width: 851px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-6727 size-full\" src=\"https:\/\/giardinohotels.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Unbenannt-2-4.png\" alt=\"\" width=\"851\" height=\"1280\" title=\"\"><figcaption id=\"caption-attachment-6727\" class=\"wp-caption-text\">Jeder Ski wird pr\u00e4zise in Handbreite gefertigt.<\/figcaption><\/figure>\n<p dir=\"LTR\" align=\"LEFT\">Der Zai-Ski ist unter den Skiern so etwas wie der Bentley unter den Autos. Zwischen 800 und 1\u2019000 Paar verlassen j\u00e4hrlich die Manufaktur. Die meisten bleiben in der Schweiz, viele gehen nach Deutschland, \u00d6sterreich und Frankreich, aber auch in die USA. Gegr\u00fcndet wurde das Unternehmen im Jahr 2003 von dem geb\u00fcrtigen Disentiser und Klostersch\u00fcler Simon Jacomet, der nach Abschluss eines Kunststudiums zun\u00e4chst Skimodelle f\u00fcr V\u00f6lkl und Salomon entwickelte und die entwickelte und die Abfahrer des Schweizer Nationalteams trainierte. 2009 stieg Benedikt als CEO bei Zai ein. Auch Benedikt war in seinen Zwanzigern erfolgreich als Skilehrer t\u00e4tig, doch dann verfolgte er eine andere Karriere. Er arbeitete als \u00d6konom, zuletzt als Chefstratege f\u00fcr eine New Yorker Investmentbank. Desillusioniert von der Finanzwelt beschloss er, das Angebot anzunehmen und zu seinem Lieblingssport zur\u00fcckzukehren. \u00abVon Simon und den Skibauern lernte ich Dinge, die mir die Wallstreet niemals h\u00e4tte vermitteln k\u00f6nnen\u00bb, erz\u00e4hlt Benedikt. Zwei M\u00e4nner, die ihre F\u00e4higkeiten zu Superkr\u00e4ften vereinten. Zu dem, was Zai heute ist.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6733\" aria-describedby=\"caption-attachment-6733\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-6733 size-large\" src=\"https:\/\/giardinohotels.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Unbenannt-5-4-1024x681.png\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"681\" title=\"\"><figcaption id=\"caption-attachment-6733\" class=\"wp-caption-text\">Der Fertige &#8222;testa&#8220; f\u00e4hrt sich kraftvoll in verschiedenen Schneelagen.<\/figcaption><\/figure>\n<p dir=\"LTR\" align=\"LEFT\">\u00abWir sind getrieben davon, die Dinge besser und oft halt auch anders zu machen\u00bb, meint Benedikt Germanier und h\u00e4lt dabei einen Plastikbecher mit Kaffee in der Hand. Hinter ihm schichten zwei Handwerker gerade verschiedenartige Elemente in zwei skif\u00f6rmige Kassetten. Die M\u00e4nner arbeiten pr\u00e4zise wie Uhrmacher, die minuti\u00f6s winzige Zahnr\u00e4der zu einer Uhr zusammensetzen. Einer arbeitet sich St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck von der Oberfl\u00e4che des Skis zum Kern aus Karbon vor, der andere vom Kern bis zur Unterseite. 30 bis 50 Teile verwenden sie je nach Modell. Dann legen sie beide Kassetten vorsichtig zu einem Sandwich aus Kautschuk, Holz und Stein zusammen und geben es schliesslich in die Presse. Es folgt der wichtigste Arbeitsschritt. 120 Grad und vier Tonnen formen die Einzelteile zu dem, was sie werden sollen \u2013 zu einem \u00abtesta\u00bb (Charakterkopf) zum Beispiel oder zu einem \u00ablaisa\u00bb (Furche). Die r\u00e4toromanischen Namen stehen f\u00fcr den Charakter des Skis. Dieser Ski ist ein \u00abspada\u00bb (Schwert). Er hat ein Herz aus Stein. Das ist einzigartig. Es ist der Lieblingsski von Benedikt Germanier.<\/p>\n<p>\u00abMit Zai kauft man ein Juwel\u00bb, sagt er. Sieben bis vierzehn Stunden Zeit nimmt die Herstellung eines Skis in Anspruch, im letzten Arbeitsschritt wird er geschliffen wie ein Rohdiamant. Inzwischen kommen Menschen aus der ganzen Welt, um Zeuge des besonderen Handwerks zu werden. Das Wort \u00abzai\u00bb ist r\u00e4toromanisch und bedeutet \u00abz\u00e4h\u00bb. Es steht f\u00fcr Widerstandsf\u00e4higkeit, Langlebigkeit und Ausdauer. Das gilt auch f\u00fcr die Arbeitsmoral in der Manufaktur. Die Menschen sind bei sich. Sie tun das, was sie lieben. Mit h\u00f6chster Professionalit\u00e4t. \u00abWenn du nach Perfektion strebst, musst du viele H\u00fcrden nehmen\u00bb, erkl\u00e4rt Benedikt Germanier. Er spricht aus Erfahrung. Z\u00e4h im besten Sinne ist auch der Ski selbst. Ein Paar ist nicht unter CHF 3\u2019300 zu haben. Neulich kam ein Kunde in die Manufaktur und sagte: \u00abDer Zai- Ski ist der g\u00fcnstigste Ski, den ich je gekauft habe.\u00bb Der Mann hatte den Ski vor zehn Jahren erworben und f\u00e4hrt ihn immer noch.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6736\" aria-describedby=\"caption-attachment-6736\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6736 size-large\" src=\"https:\/\/giardinohotels.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Unbenannt-6-4-1024x681.png\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"681\" title=\"\"><figcaption id=\"caption-attachment-6736\" class=\"wp-caption-text\">Benedikt Germanier und Simon Jacomet<\/figcaption><\/figure>\n<p dir=\"LTR\" align=\"LEFT\">Ein Blick aus dem Fenster reicht, um zu verstehen, dass die raue Landschaft die Arbeit in der Manufaktur inspiriert. Die Berge liegen direkt vor der T\u00fcr, und die Skier k\u00f6nnen in jedem Stadium ihrer Entwicklung und unter allen Bedingungen getestet werden. Wann das perfekte Fahrgef\u00fchl erreicht ist? Benedikt h\u00e4lt kurz inne. Dann sagt er: \u00abWir suchen Antworten auf die Fragen des Berges. Leo Tuor hat ein Gedicht f\u00fcr Zai geschrieben. Darin heisst es: Zai liest die Berge und findet die Linie, spielt im Schnee wie Dohlen am Himmel.\u00bb<\/p>\n<figure id=\"attachment_6724\" aria-describedby=\"caption-attachment-6724\" style=\"width: 851px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-6724 size-full\" src=\"https:\/\/giardinohotels.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/01\/Unbekannt-4-4.png\" alt=\"\" width=\"851\" height=\"1280\" title=\"\"><figcaption id=\"caption-attachment-6724\" class=\"wp-caption-text\">Geschliffen und poliert &#8211; die fertigen Skier stehen zum Abholen in der Manufaktur bereit.<\/figcaption><\/figure>\n<h6><\/h6>\n<p>Bildquelle \u00a9 Zai \/\/ www.zai.ch<\/p>\n<p>Das Hotel zur Story:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/giardinohotels.ch\/st-moritz\/\">Giardino Mountain, Champfer-St.Moritz<\/a><\/p>\n<p>Mehr Details unter:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/giardinohotels.ch\/st-moritz\/hotel\/\">Hotel, St. Moritz<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter den Skiern ist der Zai-Ski so etwas wie der Bentley unter den Autos. 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