{"id":4699,"date":"2019-05-03T14:17:37","date_gmt":"2019-05-03T12:17:37","guid":{"rendered":"https:\/\/giardinohotels.ch\/caspar-coppetti-ueber-on\/"},"modified":"2019-05-03T14:17:37","modified_gmt":"2019-05-03T12:17:37","slug":"caspar-coppetti-ueber-on","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/giardinohotels.ch\/de\/caspar-coppetti-ueber-on\/","title":{"rendered":"Caspar Coppetti \u00fcber On"},"content":{"rendered":"<p><strong>Er ist Snowboarder und Wellenreiter und verfolgt seine Ziele mit spielerischer Konsequenz. Er verbringt j\u00e4hrlich 130 N\u00e4chte im Ausland und hat auch auf langen Reisen nur einen Weekender dabei. Als Caspar Coppetti im Jahre 2010 mit Olivier Bernhard und David Allemann die Laufschuhmarke On gru\u0308ndet, sind viele skeptisch. Inzwischen wurde er als Unternehmer und On fu\u0308r die besondere Technologie und das reduzierte Design mit Awards ausgezeichnet.<\/strong><\/p>\n<p>Marathon-Stars haben ihre Nikes gegen On eingetauscht. Die Schweizer Marke wird von 3000 Fachh\u00e4ndlern in u\u0308ber 40 L\u00e4ndern gefu\u0308hrt. Im Headoffice in Zu\u0308rich West sitzt Caspar Coppetti an diesem sp\u00e4ten Vormittag auf einem grossen Sofa. Er tr\u00e4gt ein hellblaues Hemd u\u0308ber einer schmal geschnittenen Chino \u2013 und einen Bart. Der 41-j\u00e4hrige promovierte Entrepreneur nippt am Kaffee und lehnt sich zum Interview zuru\u0308ck.<\/p>\n<p><strong>Giardino-Magazin: Hier sieht\u2019s ja entspannt aus. Mitarbeiter stehen barfuss am Herd und kochen. Andere machen sich zum Lauf auf und der Chef fl\u00e4zt auf einem Sofa und plaudert u\u0308ber das Leben. War das schon immer so?<\/strong> Caspar Coppetti: Oh nein. Als wir On gru\u0308ndeten ging die Welt einmal pro Woche unter. Mir war aber schnell klar: Wenn sie am n\u00e4chsten Tag wieder aufgeht, dann kann es so schlimm nicht sein. Man gew\u00f6hnt sich als Unternehmer ein bisschen daran. Inzwischen geht sie nur noch einmal im Jahr unter.<\/p>\n<p><strong>Kannst Du ein Beispiel fu\u0308r so einen Weltuntergang nennen?<\/strong> Caspar Coppetti: Zur Abnahme unserer zweiten Kollektion flogen wir u\u0308ber Silvester nach Guangzhou. Es gibt sch\u00f6nere Erlebnisse als ein Silvester in Guangzhou. Aber die Schuhe kamen vom Ballen und alles schien perfekt. Zuru\u0308ck in Europa, ereilte uns dann ein Anruf. Die Fabrik war pleite und von der Polizei versiegelt worden. Eine Woche vor Chinese New Year. Ganz Asien stand still \u2013 und wir bekamen die Schuhe nicht. Die Gefahr war, dass wir nicht liefern konnten. Unser Agent schaffte es jedoch, die halbfertigen Schuhe in einer Nacht-und-Nebel-Aktion rauszuholen. 30000 Paare. Wir mussten eine andere Fabrik finden, die sie zusammensetzt und konnten schliesslich 80 Prozent der Ware pu\u0308nktlich liefern. H\u00e4tten wir das nicht geschafft, w\u00e4ren wir einen Monat sp\u00e4ter wohl bankrott gewesen.<\/p>\n<p><strong>Kleine und grosse Krisen eignen sich zur Legendenbildung. Und mittlerweile hat sich rumgesprochen, dass man ein Wow-Gefu\u0308hl bekommt, wenn man zum ersten Mal in einen On-Schuh steigt.<\/strong> Caspar Coppetti: Die mehrfache Siegerin des New York Marathons Tegla Loroupe hatte st\u00e4ndig Ru\u0308ckenschmerzen und konnte dank unserer Schuhe wieder laufen. So geht es vielen, ja. Als wir den Prototyp damals in Zu\u0308rich vorstellten, kam eine Deutsche mit weit aufgerissenen Augen vom Testlauf zuru\u0308ck und sagte: Das fu\u0308hlt sich an wie auf Wolken. Das wurde unser Slogan: Laufen wie auf Wolken.<\/p>\n<p><strong>&#8230; und die Leute rissen Euch fortan die Schuhe aus den H\u00e4nden?<\/strong> Caspar Coppetti: Die Fachh\u00e4ndler werden stark umschw\u00e4rmt und vor allem sind sie sehr skeptisch. Anfangs probierten sie die Schuhe nicht einmal an, die wir ihnen geschickt hatten. Dann sind wir direkt auf sie zugegangen. Von den 3000 H\u00e4ndlern, die On im Programm haben, sind Oliver und ich bestimmt mit 800 laufen gegangen. Jogging ist heute Teil meines Berufs. Philosophen wie Immanuel Kant haben ihre Arbeit mit dem gehen verbunden, getreu dem Motto: Man denkt nur mit den Fu\u0308ssen gut.<\/p>\n<p><strong>L\u00e4ufst Du auch, um neue Ideen zu bekommen?<\/strong> Capar Coppetti: Wenn wir im Team ein Thema besprechen m\u00f6chten, gehen wir oft laufen. Natu\u0308rlich ein bisschen gemu\u0308tlicher. Wir laufen h\u00e4ufig dort unten am Fluss \u2013 und dann fliessen auch die Gedanken. Manchmal begegnen wir einem Schauspieler, der On tr\u00e4gt und beim Spazieren seine Texte auswendig lernt.<\/p>\n<p><strong>Ein cooler Job: fu\u0308rs Joggen bezahlt zu werden!<\/strong> Caspar Coppetti: Ich bin 130 Tage im Jahr im Ausland und eigentlich konstant im Jetlag. Der Lauf am Morgen ist auch ein Impuls an den K\u00f6rper: Hey, Du lebst! Ob Seoul oder Miami \u2013 so lerne ich nebenbei auch die Stadt kennen, in der ich mit gerade befinde. Wachst Du manchmal auf und weisst nicht, wo Du bist? Caspar Coppetti: Da ich kaum l\u00e4nger als drei Tage an einem Ort verweile, passiert das sehr oft. Deshalb gehe ich in den St\u00e4dten, die ich regelm\u00e4ssig aufsuche, immer in die gleichen Hotels.<\/p>\n<p><strong>Was muss ein Hotel haben, damit Du Dich wohlfu\u0308hlst?<\/strong> Caspar Coppetti: Ein gutes Bett, ein gutes Fru\u0308hstu\u0308cksbuffet und eine gute Lage, am liebsten an einem Fluss, am Meer oder an einem Park, wo ich mich bewegen kann. Wichtig ist auch eine coole Lounge \u2013 zum arbeiten und um G\u00e4sten zu empfangen.<\/p>\n<p><strong>Gibt es ein Land, das fu\u0308r Dich noch \u00dcberraschungen bereit h\u00e4lt?<\/strong> Caspar Coppetti: Wir haben ein Tochterunternehmen in Japan. Deshalb war und bin ich oft dort. In Tokio sehe und erlebe ich st\u00e4ndig Dinge, die ich nie zuvor gesehen oder erlebt habe. Die Japaner sind ehrenhafte \u2013 und ganz eigenwillige Menschen.<\/p>\n<p><strong>Wie, glaubst Du, beeinflusst die Topografie eines Landes oder einer Stadt das Denken seiner Bev\u00f6lkerung?<\/strong> Caspar Coppetti: Die Landschaft pr\u00e4gt einen. Wir haben auch ein Bu\u0308ro in Portland, Oregon. Die Menschen dort leben nahe der Berge, wie wir Schweizer. Sie ticken ganz anders als der Rest der USA. Es geht aber nicht nur um die Psyche, sondern auch um die Physis. Ich bin in einem Bergdorf aufgewachsen. Ich spu\u0308re die Berge k\u00f6rperlich. Selbst wenn es stockdunkel ist, kann ich Dir sagen, wo der Berg ist. Ich brauche die Berge genauso wie die Seen. Deshalb liebe ich das Engadin.<\/p>\n<p><strong>Herzlichen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch!<\/strong><\/p>\n<p>Das Hotel zur Story:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/giardinohotels.ch\/st-moritz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">Hotel Giardino Mountain, St. Moritz<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Er ist Snowboarder und Wellenreiter und verfolgt seine Ziele mit spielerischer Konsequenz. Er verbringt j\u00e4hrlich 130 N\u00e4chte im Ausland und hat auch auf langen Reisen nur einen Weekender dabei. Als Caspar Coppetti im Jahre 2010 mit Olivier Bernhard und David Allemann die Laufschuhmarke On gru\u0308ndet, sind viele skeptisch. 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