{"id":4685,"date":"2019-09-07T12:45:48","date_gmt":"2019-09-07T10:45:48","guid":{"rendered":"https:\/\/giardinohotels.ch\/iris-berben-ueber-ayurveda\/"},"modified":"2019-09-07T12:45:48","modified_gmt":"2019-09-07T10:45:48","slug":"iris-berben-ueber-ayurveda","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/giardinohotels.ch\/de\/iris-berben-ueber-ayurveda\/","title":{"rendered":"Iris Berben \u00fcber Ayurveda"},"content":{"rendered":"<p><strong>Nach intensiven Wochen voller Filmaufnahmen und Theaterauffu\u0308hrungen geniesst die deutsche Schauspielerin Iris Berben ihre Ayurveda-Kur im Giardino Ascona \u2013 ein Gespr\u00e4ch u\u0308ber Achtsamkeit, Auszeiten und Espresso als Droge.<\/strong><\/p>\n<p>Der Klang ihrer Stimme ist so unverwechselbar wie die Farbe des Herbstes. Sie war Kom\u00f6diantin in \u00abSketchup\u00bb, die Kommissarin Rosa Roth und die Konsulin Buddenbrook. Sie war als Bond-Girl nominiert, und der Publizist Stefan Aust brachte sie bereits als Kandidatin fu\u0308r das Amt der deutschen Bundespr\u00e4sidentin ins Gespr\u00e4ch. Sie wurde vielfach ausgezeichnet \u2013 als Schauspielerin und fu\u0308r ihr Engagement fu\u0308r die Gesellschaft. Mit einer Lesung beru\u0308hrender Texte der im Alter von 18 Jahren im Arbeitslager Michailowka verstorbenen Ju\u0308din Selma Meerbaum-Eisinger tourt die Schauspielerin Iris Berben durch Deutschland, \u00d6sterreich und die Schweiz. An diesem Abend erscheint sie zu einer Ayurveda-Kur im Giardino Ascona \u2013 mu\u0308de von den Aufnahmen zum Film \u00abHigh Society\u00bb, fu\u0308r den sie nachts zuvor stundenlang barfuss im nassen Gras gedreht hat. Sie tr\u00e4gt eine kurze Jacke und einen schwarzen, sportlichen Rock, dazu coole Turnschuhe, zu denen man heute Sneakers sagt. Nach knapp einer Woche nimmt sie sich Zeit fu\u0308r ein Interview beim Spaziergang am Ufer des Lago Maggiore.<\/p>\n<p><strong>Frau Berben, man hat das Gefu\u0308hl, Sie h\u00e4tten unendlich viele Doubles. Sie stehen heute in Hamburg auf der Bu\u0308hne, drehen morgen im Mu\u0308hlviertel, um drei Tage sp\u00e4ter als Pr\u00e4sidentin der Deutschen Filmakademie an einem Meeting in Berlin teilzunehmen. Was fu\u0308r ein Pensum! <\/strong>Iris Berben: Wir leben in einer Welt, in der die Anforderungen an den Einzelnen mehr und mehr steigen. Der Druck erh\u00f6ht sich. Das ist beim Film und Fernsehen nicht anders. Die Drehzeiten werden ku\u0308rzer, es wird weniger gezahlt, gleichzeitig soll aber die Qualit\u00e4t steigen. Es ist ein Paradoxon, dem du dich fu\u0308gen musst: Du kannst nur mitrennen oder nicht mitrennen. Ich habe mich dafu\u0308r entschieden, mitzumachen \u2013 das ist wichtig fu\u0308r mein Seelenleben, meine innere Befindlichkeit, meine Glu\u0308cksmomente.<\/p>\n<p><strong>Schaffen Sie sich Auszeiten im Alltag?<\/strong> Iris Berben: Man braucht Auszeiten, wenn man so viel arbeitet wie ich. Nun ist das mit den Auszeiten aber so eine Sache. Man weiss, dass es vernu\u0308nftig ist, sie sich zu nehmen. Und dennoch f\u00e4llt es mir oft schwer, eine Balance zu halten. Das hat auch mit meinem Beruf zu tun, in dem man im Grunde nicht richtig planen kann. Aber ich kann einen drehfreien Tag geniessen, um spazieren zu gehen oder mit Decke und Buch auf dem Sofa zu liegen.<\/p>\n<p><strong>Achtsamkeit ist zu einem grossen Thema in der Gesellschaft geworden. Warum ist das so?<\/strong> Iris Berben: Unentwegt brechen Informationen u\u0308ber uns ein. Die Welt ist ungeduldig und wartet auf schnelle Antworten. Dabei sind die Dinge so komplex \u2013 schnelle Antworten kann man eigentlich gar nicht mehr finden. Wir br\u00e4uchten viel mehr Ruhe, um uns mit den neuen Situationen auseinanderzusetzen. Achtsamkeit gegenu\u0308ber der Natur, gegenu\u0308ber den Mitmenschen, gegenu\u0308ber uns selbst.<\/p>\n<p><strong>Sie waren Revoluzzerin, standen bei Demonstrationen in den 68er-Jahren in der ersten Reihe. Sie haben ausprobiert \u2013 und nichts ausgelassen. Waren Sie zu dem Zeitpunkt bereits achtsam, oder haben Sie aus diesen Erfahrungen Achtsamkeit entwickelt?<\/strong> Iris Berben: Eine kluge Frage. Ich hatte eine sehr neugierige Mutter und bin bei meinen Grosseltern in Hamburg aufgewachsen. Sie waren christlich, aber nie bigott. Und sie haben mich fru\u0308h gelehrt, was es bedeutet, zuzuh\u00f6ren. Was es bedeutet, andere und Schw\u00e4chere zu sehen. Die 68er-Jahre haben auf einer politischen Ebene gesch\u00e4rft. Sie haben mich gelehrt, Zusammenh\u00e4nge zu begreifen und dass jeder in einer Demokratie eine Stimme hat und sie nutzen sollte.<\/p>\n<p><strong>Ayurveda lehrt Achtsamkeit. Ihrem Sohn Oliver Berben haben Sie vor einigen Jahren eine Panchakarma-Kur geschenkt. Wie sind Sie zu Ayurveda gekommen?<\/strong> Iris Berben: Ich habe viel daru\u0308ber gelesen. An Ayurveda gef\u00e4llt mir, dass es nicht nur Heilung fu\u0308r den K\u00f6rper, sondern auch fu\u0308r die Seele ist. Und dass man ganz individuell auf die unterschiedlichen Typen eingeht: die Feuer-Typen, die Erd-Typen, die Luft-Typen. Die Ayurveda-Welt ist eine sch\u00f6ne, positive, weiche und warme Welt. K\u00f6rper und Geist werden gereinigt. Die Anwendungen mit dem warmen \u00d6l sch\u00e4tze ich sehr, auch sie befreien den K\u00f6rper von Giften. Bei mir ist es ganz stark der Kaffee. Ich trinke t\u00e4glich acht bis neun Espressi. Hier ist mir bewusst geworden, dass auch Espresso eine Droge ist.<\/p>\n<p><strong>Fu\u0308r Ihre Ayurveda-Kur sind Sie nicht nach Indien, sondern an den Lago Maggiore gereist.<\/strong> Iris Berben: Die Idee hinter Ayurveda by Giardino hat mich u\u0308berzeugt. Es ist sehr professionell, aber nicht dogmatisch und deshalb eine moderne Interpretation, die auf die europ\u00e4ischen Gewohnheiten eingeht. Es gef\u00e4llt mir, dass G\u00e4sten ein Weg aufgezeigt wird, der gut fu\u0308r sie ist, aber den Weg mu\u0308ssen sie selbst gehen. Der Gast wird hier nicht durch Gebote entmu\u0308ndigt \u2013 er muss nicht dem Fernseher und dem Radio entsagen. Aber er kann, wenn er will. Und er kann auch probeweise fu\u0308r ein paar Tage in die Ayurveda-Welt eintauchen, bevor er sich fu\u0308r eine l\u00e4ngere Kur entscheidet. Fu\u0308r mich ist das die perfekte Auszeit.<\/p>\n<p><strong>Sie selbst sind ein Ku\u0308chenfreak, kochen gerne und ausgezeichnet. Kochen, haben Sie gesagt, \u00abist ein Geschenk an meine Freunde\u00bb. Sie essen Fleisch und trinken Wein. Wie kommen Sie mit der Ayurveda-Ku\u0308che klar?<\/strong> Iris Berben: Ich habe hier nicht das Gefu\u0308hl, auf etwas verzichten zu mu\u0308ssen \u2013 auch das ist das Sch\u00f6ne an diesem Konzept. Mein K\u00f6rper unterh\u00e4lt sich ja mit mir, ich h\u00f6re ihm zu. Es gibt Zeiten wie diese, da m\u00f6chte er kein Fleisch. Die Gerichte hier sind schmackhaft, perfekt angerichtet und auch mit heimischen Gewu\u0308rzen und Kr\u00e4utern verfeinert \u2013 egal, ob Suppen, Gemu\u0308se oder \u2013 wunderbar \u2013 die Nachspeisen (lacht).<\/p>\n<p><strong>Wie wichtig sind das Hotel und das Ambiente?<\/strong> Iris Berben: Ich mag es, wenn alles funktioniert. Wenn man das Gefu\u0308hl hat, es stimmt bis ins Detail. Wenn G\u00e4ste pers\u00f6nlich und mit Namen angesprochen werden. Ich beobachte, dass es hier ja nicht nur bei mir, sondern bei allen so ist. Und eine gute Ku\u0308che weiss ich sehr zu sch\u00e4tzen. Hotels mu\u0308ssen etwas Entspanntes und Entspannendes haben.<\/p>\n<p><strong>Ayurveda hat viel mit Ents\u00e4uerung zu tun, mit Detox. Gibt es im Alltag eigentlich etwas, das Sie sauer macht?<\/strong> Iris Berben: Richtig sauer macht mich Dummheit, weil es da so schwer ist, zu argumentieren. Richtig sauer macht es mich, wenn Macht ausgespielt wird, wenn Menschen ausgegrenzt und ungerecht behandelt werden. Meine Mutter hat mich immer als \u00abGerechtigkeitsfanatikerin\u00bb bezeichnet.<\/p>\n<p><strong>Wir leben in einer entritualisierten Welt. Und Rituale sind Momente des Innehaltens. Haben Sie eigene Rituale?<\/strong> Iris Berben: Es stimmt. Weihnachten ist wohl eines der letzten u\u0308brig gebliebenen Rituale in der Gesellschaft. Ich habe im Alltag mehrere Rituale. Zum Beispiel muss ich um 19 oder 20 Uhr die Nachrichten sehen. Ich bin ein Nachrichtenjunkie. Und ich bade gerne. Beim abendlichen Bad kann ich wunderbar entspannen. Mit meiner Mutter hatte ich immer das Ritual, sonntags zu telefonieren. Das hat sich mit meinem Sohn noch nicht etabliert \u2013 wir sprechen uns immer zu unterschiedlichen Zeiten.<\/p>\n<p><strong>Sie stehen in der \u00d6ffentlichkeit. Arbeiten als Schauspielerin in einem Beruf, in dem es nicht nur um besondere F\u00e4higkeiten und Charakter sondern auch um Attraktion geht. Wie definieren Sie Sch\u00f6nheit?<\/strong> Iris Berben: Es gibt sch\u00f6ne Menschen, die betreten einen Raum, und du hast sie nach zwei Minuten wieder vergessen. Und es gibt sch\u00f6ne Menschen, die fu\u0308llen einen Raum. Das ist eine Sch\u00f6nheit, die jemand schafft, weil er Haltung hat, weil er klug ist oder amu\u0308sant. Sch\u00f6nheit hat sicherlich mit Pers\u00f6nlichkeit zu tun. Sch\u00f6ne und attraktive Menschen haben immer auch Humor. Sie sind offen, wach und gescheit. Alles andere sind sch\u00f6ne Luftblasen. Das ist ein sch\u00f6nes Bild von Sch\u00f6nheit. Iris Berben: Es h\u00e4lt einfach l\u00e4nger.<\/p>\n<p><strong>Frau Berben, vielen Dank fu\u0308r das Interview.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Hotel zur Story:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/giardinohotels.ch\/ascona\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">Hotel Giardino Ascona, Ascona<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach intensiven Wochen voller Filmaufnahmen und Theaterauffu\u0308hrungen geniesst die deutsche Schauspielerin Iris Berben ihre Ayurveda-Kur im Giardino Ascona \u2013 ein Gespr\u00e4ch u\u0308ber Achtsamkeit, Auszeiten und Espresso als Droge. Der Klang ihrer Stimme ist so unverwechselbar wie die Farbe des Herbstes. Sie war Kom\u00f6diantin in \u00abSketchup\u00bb, die Kommissarin Rosa Roth und die Konsulin Buddenbrook. Sie war [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4686,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"site-sidebar-layout":"default","site-content-layout":"","ast-site-content-layout":"default","site-content-style":"default","site-sidebar-style":"default","ast-global-header-display":"","ast-banner-title-visibility":"","ast-main-header-display":"","ast-hfb-above-header-display":"","ast-hfb-below-header-display":"","ast-hfb-mobile-header-display":"","site-post-title":"","ast-breadcrumbs-content":"","ast-featured-img":"","footer-sml-layout":"","ast-disable-related-posts":"","theme-transparent-header-meta":"","adv-header-id-meta":"","stick-header-meta":"","header-above-stick-meta":"","header-main-stick-meta":"","header-below-stick-meta":"","astra-migrate-meta-layouts":"default","ast-page-background-enabled":"default","ast-page-background-meta":{"desktop":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"ast-content-background-meta":{"desktop":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"tablet":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""},"mobile":{"background-color":"var(--ast-global-color-5)","background-image":"","background-repeat":"repeat","background-position":"center center","background-size":"auto","background-attachment":"scroll","background-type":"","background-media":"","overlay-type":"","overlay-color":"","overlay-opacity":"","overlay-gradient":""}},"footnotes":""},"categories":[42,43],"tags":[36,41,39,31],"class_list":["post-4685","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-auszeit","category-interview","tag-ascona","tag-ayurveda","tag-st-moritz","tag-zuerich"],"acf":[],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-09 04:28:14","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"category","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"ase":null,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/giardinohotels.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4685","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/giardinohotels.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/giardinohotels.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/giardinohotels.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/giardinohotels.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4685"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/giardinohotels.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4685\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/giardinohotels.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4686"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/giardinohotels.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4685"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/giardinohotels.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4685"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/giardinohotels.ch\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4685"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}