Giardino Seerose
Mai 11, 2019
Geschichten dahinter

Am Pool in Zürich

//giardinohotels.ch/zurich/

Ein Pool ist mehr als die Idee, den Ozean in ein rechteckiges Becken zu zwängen. Mit seinen illustren Gästen und seinem Design liefert er Stoff für spannende Geschichten – so wie der Pool im Atlantis by Giardino.

Eine der exzentrischsten Partys im Leben der Schauspielerin Alla Nazimova ereignete sich in ihrem Garten. Halb Hollywood stand am Rande ihres Pools. Viel Champagner und Gin war bereits durch die Kehlen geflossen, als plötzlich Tarzan-Darsteller Johnny Weissmüller und die mit Diamanten schwer behangene Filmdiva Tallulah Bankhead voll bekleidet ins Wasser sprangen. Die anderen Gäste erschraken. Sie sahen, wie die Diva – eine Nichtschwimmerin – im Becken unterging. Doch Bankhead streifte sich die Klamotten vom Leib, stiess sich vom Boden ab, tauchte auf und rief: «Es wollten doch alle meinen Körper sehen. Jetzt können sie es.» Weissmüller trug die leicht keuchende Selbstdarstellerin schliesslich aus dem Pool; und als ein herbeigeeilter philippinischer Gärtner ihr einen Strumpf, der noch wie eine Schlange um ihren Hals hing, abnehmen wollte, rannte sie nackt und aufgebracht hinter ihm her und drohte, ihn umzubringen.

Rihannas Bühne
Ein Pool ist mehr als ein unprätentiöses, blau gekacheltes Loch im Boden. Ein Pool hinter dem Haus ist eine Haltung. Ein Bedürfnis nach Naturnähe. Ein Symbol für Exotik und Erotik. Als Popstar Rihanna 2018 am Pool des Atlantis by Giardino sass, nutzte sie ihn als Bühne. Sie machte ein Selfie und stellte es auf Snapchat. Man sieht sie darauf mit lilafarbenem Negligé, rosa Basecap und Sonnenbrille. Das Bild ging um die Welt (zum Artikel: Pool-Party mit Rihanna in Zürich). Und so scheinbar endlos wie die Poolgeschichten ist die Geschichte des Pools selbst. Sie beginnt in der römischen Piscina und erfährt einen Aufschwung im Zeitalter der Aufklärung, als das Wasser nicht nur für therapeutische, sondern auch für athletische Belange entdeckt wurde. Damals kamen Bücher mit merkwürdigen Titeln heraus. «Spiele zur Übung und Erholung des Körpers und Geistes für die Jugend, ihre Erzieher und alle Freunde unschuldiger Jugendfreuden» zum Beispiel. Das war 1796.

Rechteckige Ozeane
Die ersten Hotelpools entstanden in den 1930er-Jahren. Aus dieser Zeit ist etwa ein in Naturstein geschlagener Pool in Antibes an der Côte d’Azur – wenngleich sich die meisten Hoteliers an der Küste Frankreichs oder an Seen wie dem Lago Maggiore zunächst mit dem Wasser vor der Tür begnügten und sich erst in den 1960er- Jahren zum Bau eines Pools entschlossen. Die Idee war ursprünglich, den Ozean in ein rechteckiges Becken zu zwängen. Inzwischen geht es ums Design. So ist der Pool im Garten des Atlantis by Giardino mit seiner Länge von 25 Metern der grösste Pool aller Zürcher Hotels und auch sonst aussergewöhnlich. Seine formale Ordnung im Design harmoniert mit der ruhelosen Unordnung der Natur, der Wiese und des Waldes, die sich gleich an seinen hinteren Beckenrand anschliessen. Luzerner Naturstein ragt bis ins Wasser hinein, auf der Gebäudeseite sind es grosse Findlinge, die wie drei Zungen ins Becken zeigen. Auf dem Boden fügen sich Ornamente aus Glasmosaiken wie zu einem Teppich zusammen. In diesem Pool an einem frühen Morgen seine Bahnen zu ziehen oder an einem Nachmittag auf dem angrenzenden Holzdeck zu liegen, ist ein unvergessliches Erlebnis. Man blickt dann ins Grün und zur Poolbar, einem Pavillon aus feinstem Holz. Er hat aussen die gleiche Ornamentik wie der Boden des Pools und ist innen in den Farben Bronze und Messing und mit besonderen Leuchten designt. Der Poolkarte kann niemand widerstehen.

Bild: Der coolste Aussenpool in Zürich.

Intrigen und Orgien
Es ist ein Pool, der gewiss auch Ludwig II. gefallen hätte. Der König von Bayern hatte ein Faible für Besonderes und liess eigenwillige Kreationen anfertigen: Sein auf dem Dach des Münchner Wintergartens errichteter türkisch-maurischer Schwanenteich sorgte selbst in den USA für Furore und motivierte die Vanderbilts, die Astors und die Whitneys zum Bau eigener Pools. Und daraus entstand Anfang des 20. Jahrhunderts eine Mode. Sie begann an der Ostküste, wie Thomas van Leeuwen in seinem Buch über die Kulturgeschichte des Swimmingpools («The Springboard in the Pond») schreibt, und setzte sich in Kalifornien fort. Los Angeles erhielt sehr bald den Titel «Swimmingpool-Metropole der Welt». Heute gibt es in Amerika mehr Pools als im Rest der Welt und in Südkalifornien mehr als im restlichen Amerika. Der Pool fand schnell seinen Platz im Film. Regisseure entdeckten ihn als Bühne für Intrigen, Orgien, Mord sowie Klatsch und Tratsch. In «La Piscine» verstricken sich Romy Schneider und Alain Delon in eine SM-Beziehung mit tödlichem Ausgang. In «Die Reifeprüfung» sucht Dustin Hoffman am Pool Zuflucht vor dem Ernst des Lebens. Und in «Swimming Pool» findet Charlotte Rampling als Schriftstellerin Sarah Morton Inspiration am Beckenrand: Ihre kühnsten Fantasien lässt sie auf die Oberfläche des Wassers fallen, wo sie gespiegelt und gebrochen sowie von einem Mord beflügelt werden. Natürlich liefert das wahre Leben Stoff für diese Geschichten. So auch im Hotel Atlantis in den 1970er-Jahren. Schon damals war das Hotel ein Treffpunkt für Stars aus der ganzen Welt. Einmal war die Gruppe «The Who» zu Gast. Ihr Auftritt am Hotelpool war etwas rüder als jener der Diva Tallulah Bankhead und dennoch unvergesslich: Sie schmissen nicht sich selbst, sondern das Mobiliar ins Wasser.

Das Hotel zur Story:
Hotel Atlantis by Giardino, Zürich

Mehr Details unter:
Spa, Zürich
Ocean Bar, Zürich